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Besuch aus Bourg-la-Reine vom 5. bis 8. Dezember 2019

Schwebebahn, Weihnachtsmarkt und Nikolaus

Für ihren Besuch in Monheim in diesem Jahr hatten unsere französischen Freunde den Wunsch geäußert, einmal in der Vorweihnachtszeit zu kommen.

Der Grund dafür: in Frankreich kennt man (bisher) kaum die Adventszeit mit Kalender und Kranz, mit Plätzchenbacken und dem Nikolaus, und diese schönen Ereignisse wollten sie doch gerne einmal miterleben.

Leider ließ das Wetter kaum vorweihnachtliche Stimmung aufkommen, herrschte doch vom Ankunftsabend am 5. Dezember bis zum Abschied am Sonntagmittag rheinisches Schmuddelwetter.

Diesmal war der Freitag den Aktionen der Gastgeber mit ihren Gästen vorbehalten. Oft stimmen die Interessen vieler Mitglieder des „Freundeskreises“ und die ihrer französischen Gäste überein, und so sahen sich am Vormittag nicht wenige von uns im Kunstmuseum in Düsseldorf bei der Edvard Munch Ausstellung wieder. Die Kuratoren hatten eine großartige Sammlung von Gemälden zusammengeführt, auf denen die Betrachter, (man kennt den Künstler Edvard Munch ja eigentlich nur als Maler von Personen, die, von Panik und Angst ergriffen ihren Mund weit aufreißen,) die künstlerische Vielfältigkeit dieses Malers entdecken konnten.

Eigentlich war der Plan gewesen, nach dem Museum auf den Weihnachtsmarkt zu gehen, aber der Nieselregen ging in Dauerregen über, so dass viele in das Traditionslokal „Füchschen“ in der Düsseldorfer Altstadt flüchteten. Hier wird deftige rheinische Küche geboten, gutbürgerlich, ohne Schnickschnack. Es war brechend voll, jede Menge Touristen. Aber schließlich hatten alle in den weitläufigen Wirtshausräumen einen Platz gefunden. Das Tagesgericht, Wirsing mit Kartoffelpüree und Bratwurst, einfach lecker!

Nach Hause zurückgekehrt, gab‘s noch Kaffee und Lebkuchen. Bald musste man   wieder aufbrechen, um den Saal der evangelischen Kirche in Baumberg weihnachtlich zu dekorieren, denn zum traditionellen Freundschaftsabend wurde zum Nikolaustag der Nikolaus selbst erwartet.

Soiree19 Blser3Und diese Dekoration konnte sich sehen lassen! Die Tische schimmerten in Grün, Rot und Gold: Tannenzweige, goldene Christbaumkugeln, Strohsterne, Mandarinen, Äpfel und Nüsse dazwischen Kerzenlicht und beleuchtete niedliche Deko-Häuschen. Die üblichen deutsch-französischen Papierfähnchen gerieten da ein wenig ins Hintertreffen. Damit hatte unsere neue Geschäftsführerin, Elfi Allmendinger, ihr nicht unerhebliches Organisationstalent bewiesen. 

Aber nicht nur das Auge wurde gefordert, nein, auch Ohr und Stimme wurden gebraucht, als Mitglieder des evangelischen Posaunenchores unter Leitung von Gisela Schmelz, die schönsten Weihnachtslieder spielten, in die die Festversammlung einstimmte! Die Musiker waren von Elfi Allmendinger eingeladen worden.

 

Soiree19 SteffenSoiree19 NikolausKaum hatte der Vorsitzende den Bläsern gedankt, da polterte Nikolaus persönlich herein. Er berichtete den Gästen von den unterschiedlichen Nikolausbräuchen in Deutschland, und dies perfekt in Französisch und in Deutsch. Da war man baff, ein zweisprachiger Nikolaus! Bevor er ging, er hatte noch eine Menge Termine, schenkte er jedem Gast etwas aus seinem großen Sack. 

Jetzt aber war es Zeit fürs Buffet, das schon seit einiger Zeit seinen leckeren Duft verströmte. Wein und Wasser standen auf den Tischen, und so ließen die Gäste es sich munden. 

Nach einigen Liedern ging dieser wunderbare, stimmungsvolle Abend allmählich zu Ende. Besser hätten wir den Franzosen den Nikolaus nicht vorstellen können!

 Der nächste Tag war Ausflugstag, es ging nach Wuppertal. Der Bus blieb in Wuppertal-Vohwinkel, von dort fuhren die Ausflügler mit der Schwebebahn bis zur Endstation nach Oberbarmen, in der Bahn gleitet man nah an den Fenstern der Häuser vorbei, und oft kann man einen Blick in die Wohnungen werfen. Von Oberbarmen ging’s mit der Bahn zurück zur Stadtmitte und von da zu Fuß zum Restaurant zum Mittagessen. Es gab als Gericht einen „Germanenschmaus“, mit einem Fässchen Bier am Tisch. 

Wuppertal 19Danach zurück zur Schwebebahn, vorbei an der Bronzeskulptur „Barmer Erklärung“, diese Erklärung wurde von allen evangelischen Kirchen in Deutschland 1934 in Barmen, heute ein Stadtteil von Wuppertal, abgegeben. In dieser Erklärung wandten die Protestanten sich gegen die Absicht der Nationalsozialisten, die „Deutschen Christen“ als einzige, als Staatskirche Kirche in Deutschland zu etablieren.

An der Haltestelle Zoo verließ man die Bahn, um von da aus mit dem eigenen Bus nach Schloss Lüntenbeck zu fahren, wo der schönste Weihnachtsmarkt der ganzen Gegend stattfindet.

Leider war das Wetter scheußlich, kalt und feucht, so dass dieser Weihnachtsmarkt weit unter Wert erlebt wurde. Schließlich waren aber alle wieder im Bus, und es ging es zurück nach Monheim. 

Am nächsten Tag, dem Sonntag, hieß es Abschied nehmen. Nachdem die üblichen Abschiedsrituale erledigt waren, fuhr der Bus kurz nach Zwei ab und brachte unsere Freunde zurück nach Bourg-la-Reine.

Bericht: Roswitha Beckwermert, Fotos: Helmut Welsch (1-3) und Andreas Nestel (4)

 

6. Juli 2019

Jahreshauptversammlung und Sommerfest 

Mitglieder und Interessenten des Freundeskreises Bourg-la-Reine trafen sich im Evangelischen Gemeindeszentrum in Baumberg zur Jahreshauptversammlung mit anschließendem Sommerfest. Nach der Begrüßung gab der Vorsitzende Dr. Ulrich Steffen einen Rückblick auf die Aktivitäten im Berichtsjahr Juli 2018 bis Juni 2019. Höhepunkte in dem Berichtszeitraum waren der Besuch der Franzosen in Monheim mit der Exkursion nach Aachen und der Gegenbesuch der Monheimer in Bourg-la-Reine mit der Exkursion nach Saint Germain en Laye.

Am 11. November 2018 wurde in Frankreich des 100.Jahrestages des Waffenstillstands und des Endes des 1. Weltkriegs gedacht. Zur Gedenkfeier in Bourg-la-Reine waren Bürgermeister Zimmermann mit einer kleinen Delegation der Stadt und Dr. Steffen, der Vorsitzende des Freundeskreises, eingeladen. Die Gedenkfeier fand auf dem Friedhof an der Rue de la Bièvre statt. In seiner Ansprache hob Bürgermeister Zimmermann die Bedeutung der Städtepartnerschaften hervor. Sie stünden exemplarisch für die Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich und in der gesamten Europäischen Union. M. Donath, der Bürgermeister von Bourg-la-Reine dankte der Delegation aus Monheim für den Besuch, der zeige, dass die europäische Brüderlichkeit ein Synonym für den Frieden in Europa und der Welt sei. 

JHV19 VerabschiedRvSchweinitzJHV19 Verabschied P MnchBei der anstehenden Vorstandswahl gab es zwei Veränderungen.

Rosemarie von Schweinitz, Gründungsmitglied des Freundeskreises tritt als stellvertretende Vorsitzende nach 35 Jahren zurück. Sie wird zum Ehrenmitglied ernannt.

Petra Münch, nach langjähriger Tätigkeit als Geschäftsführerin tritt ebenfalls zurück.

In seiner Dankesrede hob Dr. Steffen das besondere Engagement der beiden Vorstände hervor und überreichte ihnen einen großen Blumenstrauß.

 

 

Vorstand BLR 2019Gewählt wurden:

Dr. Ulrich Steffen (Vorsitzender), Benno Nicklas (stellvertretender Vorsitzender), Heinz-Jürgen Nalbach (Schatzmeister), Elfi Allmendinger (Geschäftsführerin), Roswitha Beckwermert (Beisitzerin: Organisation, Gästeunterbringung), Annette Held, (Beisitzerin: Veranstaltungen), Sybille Wollermann (Beisitzerin: Presse Berichte), Gerdi Droick (Beisitzerin: neu im Vorstand)

Zur Rechnungsprüferin wurde Ingeborg Schimanski, als Stellvertreterin Bärbel Ruiz bestellt.

Der bisherige Vorstand wurde insgesamt für das Berichtsjahr einstimmig entlastet.

 

Nach gutem Brauch wurde nach der Jahreshauptversammlung der Grill angezündet, das kalte Buffet eröffnet, die Weingläser gefüllt und der Abend in vergnüglicher Runde verbracht.

Bericht: Sybille Wollermann, Fotos: Helmut Welsch

 

30. Mai bis 2. Juni 2019

Besuch bei den französischen Freunden in Bourg-la-Reine

Seit nunmehr 35 Jahren finden die gegenseitigen Freundschaftsbesuche der deutsch-französischen Partnerschaftsvereine in Monheim und Bourg-la-Reine ohne Unterbrechung statt. Am 30. Mai war es wieder so weit. 23 Frankreichfreunde fuhren im bequemen Reisebus nach Bourg-la-Reine. Es ist schon eine Tradition, auf dem Weg nach Bourg-la-Reine eine Rast einzulegen. Bei dieser Reise fiel die Wahl auf Arras. Wahrzeichen der Stadt sind die Plätze „Place des Héros“ und die „Grand’Place“. Die im 16. Jahrhundert gebauten Plätze stellen ein in Europa einzigartiges Ensemble aus 155 Fassaden im flämischen Barockstil dar. Nach einem Rundgang durch die Stadt und einer Stärkung in einem der zahlreichen Bistrots ging es weiter nach Bourg-la-Reine‚ wo die Gastgeber ihre Gäste am Bus begrüßten. Sie hatten wieder ein anspruchsvolles Programm geplant.

P1200261Ziel am ersten Tag war das Schloss Saint Germain en Laye im Westen von Paris, das sich als gewaltiges Bauwerk über dem Tal der Seine erhebt. Das Schloss war über Jahrhunderte Residenz der französischen Könige bis Ludwig XIV mit seinem Hofstaat nach Versailles umzog. Heute ist das bedeutende Französische Nationalmuseum der Archäologie im Schloss untergebracht. Fundstücke aus prähistorischen Zeiten bis zu den Merowingern sind hier ausgestellt. Ein winziger Frauenkopf aus Mammut-Elfenbein, 3,65 cm hoch“ La Dame à la capuche“ (Die Dame mit der Haube“) zog alle Aufmerksamkeit auf sich. Sie soll 21000 Jahre alt sein.

Der nächste Programmpunkt waren Park und Wohnhaus des französischen Autors von Abenteuerromanen Alexandre Dumas (Die drei Musketiere, Der Graf von Monte Christo). Sein repräsentatives Wohnhaus nannte er Château de Monte-Christo, dazu in Sichtweite ein Schlösschen, das Château d’If, benannt nach der Gefängnisinsel im Mittelmeer. Hierhin zog er sich zurück, um seine Romane zu schreiben.

 

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Am Samstag standen individuelle Exkursionen der Gastgeber mit ihren Gästen auf dem Programm, sei es ein Bummel über die Champs Elysées, ein Museumsbesuch oder ein Spaziergang im Jardin du Luxembourg. Eine größere Gruppe entschied sich für einen Besuch des Hôtel de Cluny, eine Klosteranlage im Stadtviertel Quartier Latin, die das Museum für mittelalterliche Kunst beherbergt. Als Hauptattraktion des Museums gilt der sechsteilige Wandbehang „La Dame à la Licorne“ (Die Dame mit dem Einhorn); in der christlichen Symbolik steht das Einhorn für Christus. Beeindruckend in diesem Museum waren auch die 21 Königsköpfe aus dem 13. Jahrhundert vom Portal von Notre Dame, die während der Französischen Revolution dort abgeschlagen und 1977 bei einer Ausschachtung im Erdreich wiedergefunden wurden.

Der gesellige Samstagabend rundete den Besuch in Bourg -la-Reine ab. Am Sonntag um 14 Uhr am Bus hieß es dann wieder Abschiednehmen: Die Gastgeber schwenkten ihre weißen Taschentücher und alle freuten sich schon auf das nächste Freundschaftstreffen. Auf Wiedersehen im Dezember 2019 in Monheim!

Bericht und Fotos: Sybille Wollermann

 

01.02.2019

"La Chandeleur" -

Mariä Lichtmess auf französische Art

Wie bereits seit etlichen Jahren feierte der Monheimer Freundeskreis Bourg-la-Reine nach altem französischen Brauch "La Chandeleur", das kirchliche Fest Mariä Lichtmess. Nach der guten Erfahrung vom Vorjahr fuhren wir auch diesmal in die Düsseldorfer Altstadt, wo uns in der bretonischen Crêperie "Erminig" (das soll auf Bretonisch Hermelin heißen) zwei köstliche Crêpes serviert wurden, die erste, sog. Galette aus Buchweizenmehl (sarrasin) mit herzhafter Füllung nach Wahl und einer süßen Crêpe mit Schokolade, Karamel oder Eis gefüllt.


Der Vorsitzende, Dr. Ulrich Steffen begrüßte die auch diesmal zahlreichen Anwesenden und erklärte die Entstehung des Festes Mariä Lichtmess, das zu den ältesten Festen des Christentums gehört und jedes Jahr am 2.Februar begangen wird. Im 5. Jh. ersetzte Papst Gelasius das heidnische Lichterfest zu Ehren des Gottes Pan durch das christliche Fest "Festa Candelarum", auf Französisch "Fête de la Chandeleur", das jedes Jahr am 2.Februar begangen wird, wobei, die Crêpes die Sonne symbolisieren sollen.
 

Bild2Geweihte Kerzen - "chandelles" - wurden dabei in einer Prozession nach Hause getragen, ohne daß sie ausgehen. Das Licht der Kerzen soll den Winter vertreiben, für gute Ernte sorgen, Gesundheit und häusliches Glück bringen. Wohlstand sei demjenigen garantiert, der eine Goldmünze in eine Crêpe einwickelt und auf den Schrank legt bis zum nächsten Jahr, um sie einem Armen zu schenken.

So gibt es etliche Bauernregeln zu diesem Fest:

- Ist’s an Lichtmess hell und rein, wird's ein langer Winter sein.

- Lichtmess im Klee, Ostern im Schnee.

- Wenn jedoch es stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit"


Da schwingt viel Hoffnung mit, dass das Licht und die Wärme bald zurückkehren. In dieser Hoffnung, ließen wir es uns schmecken und blicken auf einen gelungenen, fröhlichen Abend zurück.

Bericht: Rosemarie von Schweinitz, Fotos: Benno und Waltraud Nicklas

 

 

11. bis 14. Oktober 2018

Besuch aus Bourg-la-Reine

Seit nunmehr 34 Jahren finden die gegenseitigen Besuche der Partnerschaftsvereine in Monheim und Bourg-la-Reine ohne Unterbrechung statt. Am 11. Oktober dieses Jahres war es wieder so weit. Die Monheimer Gastgeber konnten 28 Gäste aus Frankreich begrüßen. Sie hatten ein anspruchsvolles Programm geplant, nämlich eine Exkursion nach Aachen (frz. Aix-la-Chapelle), die Keimzelle für die spätere Entstehung Frankreichs und Deutschlands.  

 

Gruppe Aachen B.Nicklas 2Heute steht Aachen für die Vision eines geeinten Europas, manifestiert durch die alljährliche Verleihung des Internationalen Karlspreises für außergewöhnliche Verdienste im Hinblick auf Europa. Karl d. Gr. gilt als der erste Einiger Europas. Er wählte Ende des 8. Jahrhunderts Aachen zu seiner Lieblingsresidenz. Hier war der Mittelpunkt eines Reiches, das sich über die romanisch-fränkischen Kerngebiete und die germanischen Stammesgebiete östlich des Rheins erstreckte.

Die Gastgeber hatten zwei geführte Besichtigungen organisiert, jeweils in deutscher und französischer Sprache: zunächst ein Rundgang durch die Altstadt, die sich um den Dom herum gruppiert, und dann eine kunsthistorische Führung durch den Dom, das Herzstück Aachens seit dem frühen Mittelalter.

Besuch Aachen C.Steinbüchel

 

Als erstes Monument in Deutschland wurde der Dom 1978 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt. Die achteckige Marienkapelle aus dem Jahr 800 ist auch heute noch das Kernstück des Doms und war 600 Jahre lang Schauplatz der Krönungen der Könige des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation. Nach der Salbung am Hauptaltar fand die Thronbesteigung auf den Thron Karls d. Gr. im oberen Rang des Doms statt. Friedrich Barbarossa stiftete den beeindruckenden Kronleuchter. 

Sessel KdG S.Wollermann

Besuch Aachen S. Wollermann

Die Besucher konnten sich kaum vorstellen, dass sich die Gebeine Karls d. Gr. bis heute im goldenen Karlsschrein in der gotischen Chorhalle des Doms befinden.

Im Marienschrein, der auch hier ausgestellt ist, werden die „Aachener Heiligtümer“ aufbewahrt, u.a. das Kleid Mariens. Alle sieben Jahre werden sie den Gläubigen anlässlich der Heiligtums-Fahrt gezeigt.

Nach so vielen kunsthistorischen Genüssen stand den Monheimern und ihren Gästen der Sinn nach einem guten Mittagsmahl. Im Restaurant des Elisenbrunnens, unweit vom Dom, erwartete man schon die deutsch-französische Gruppe. Bei gehobener Stimmung mit einem Glas Wein ließ sich prächtig parlieren über die Aktivitäten der Freundschaftsvereine. Es blieb noch „Freizeit“ für einen Bummel durch die Stadt, bei dem auch die berühmten Aachener Printen zu erwerben waren

Der Pakt mit dem Teufel

U.Mnch U.SteffenDer Sage nach haben die Aachener den Teufel hereingelegt. Ihnen war beim Bau des Domes das Geld ausgegangen. Der Teufel war bereit, mit Gold auszuhelfen. Der Preis dafür sollte die Seele des ersten Lebewesens sein, das  das fertige Gotteshauses betreten würde. Der Teufel hoffte auf die Seele eines Menschen, doch die schlauen Aachener trieben einen Wolf in die Kirche. Vor Wut über diesen Betrug schlug der Teufel die Kirchentür so heftig zu, dass sein Daumen in der Tür stecken blieb und angeblich dort noch heute ertastet werden kann.

 

 

Picknick Hombroich SybilleDer folgende Samstag war für individuelle Ausflüge reserviert. Eine große Gruppe entschloss sich für eine Fahrt zur Museumsinsel Hombroich, wo sich Kunstwerke und freie Natur auf wunderbare Weise vereinen. Andere fuhren mit der Rheinfähre ins mittelalterliche Zons. Eine Fahrt nach Köln oder Düsseldorf ist natürlich auch attraktiv für die Gäste.

Guy MaitUlrich

 

 

Der Samstagabend war wie immer der deutsch-französischen Freundschaft gewidmet. Höhepunkt des Abends war der Auftritt von Jochen Jasner, Gitarrist und Sänger aus Düsseldorf, der das deutsch-französische Publikum mit französischen Chansons begeisterte. Sein Repertoire umfasst Chansons von Charles Trenet, Jaques Brel, Edith Piaf, Georges Brassens, Yves Montand, deren Entstehungsgeschichte und Thematik er jeweils vor den einzelnen Stücken moderierte. Das Publikum dankte mit lang andauerndem Applaus.

Am Sonntag hieß es dann am Bus Abschied nehmen: wie immer mit dem Lied „Ce n’est qu’un au revoir…“ A la prochaine à Bourg-la-Reine!

Bericht: Sybille Wollermann,

Fotos: B. Nicklas (1) , C. Steinbüchel (2),  S. Wollermann (3, 4, 5 und 6),   

 

Gotik, Glaskunst und Geschichte

Fahrt nach Bourg-la-Reine vom 10. bis 13. Mai 2018

Wieder einmal machte sich eine Gruppe von 18 Frankreich-Begeisterten auf zur Fahrt in unsere Partnerstadt Bourg-la-Reine, und wie immer legten wir einen Zwischenstopp ein, diesmal in ARRAS (eine ursprünglich keltische Siedlung, heute eine Stadt mit 40.000 Einwohnern), die uns leider mit strömendem Regen empfing. Zwar nahmen wir die flämischen Barockfassaden mit den schönen Arkaden sowie die beiden Plätze Grand‘ Place d‘Arras und den Place des Héros, wahr, aber die meisten steuerten frierend bald das nächste Bistro an, nur wenige hatten die Kathedrale und den Belfried entdeckt. 

Chartres Gruppe

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Am Freitag, unserem Ausflugstag, ging es mit dem Bus nach CHARTRES. Das Wetter hatte umgeschlagen, strahlende Sonne und blauer Himmel, aber spürbare Kälte empfing uns in dieser nicht nur wegen ihrer berühmten Kathedrale, sondern sehr hübschen Stadt an der Eure. Zunächst besichtigten wir diese mit einem kleinen Zug und erkundeten dabei lauschige Plätze, kleine Sträßchen mit Fachwerkhäusern und den idyllischen Fluss Eure in morgendlichem Glanz, immer wieder zwischendurch die mächtige Kathedrale im Blick.

Und dann standen wir auf einmal vor diesem architektonischen Meisterwerk, ursprünglich eine romanische Kathedrale, Kultstätte der Mutter Maria und seit ihrer Weihe im Jahr 1260 eine weithin bekannte und berühmte Pilgerstätte, ein wahres Wunderwerk an Harmonie und Schönheit.

Chartres Kathedrale

 

 

Während der 2std. vorzüglichen Führungen auf Französisch und Deutsch bewunderten wir die unzähligen herrlichen, farbenfrohen Glasfenster, die uns ausführlich im Einzelnen erklärt wurden.

Chartres FensterDas berühmte "Blau aus Chartres" ist in die Geschichte der Glaskunst eingegangen. Aber auch die großartigen Fassaden beeindruckten durch ihre meisterlichen Steinmetzarbeiten, die wie durch ein Wunder die Revolution und die beiden Weltkriege überstanden haben. Rodin nannte die Kathedrale die Akropolis Frankreichs, aufgrund ihrer hohen ästhetischen und geistigen Bedeutung.

Das leckere déjeuner rundeten den ersten Teil des Tages aufs Schönste ab.

Ein gewaltiger Kontrast zur Kathedrale war am Nachmittag der Besuch der Gedenkstätte "Le Séminaire des Barbelès le Coudray“, das Seminar des Stacheldrahts unweit von Chartres, In diesem Lager waren von 1944-47 deutsche Priesterseminaristen interniert, die als Wehrmachtsgeistliche in alliierte Gefangenschaft geraten waren. Leiter dieses" Seminars" war Abbé Franz Stock, 1904 in Neheim geboren. Vorher oblag ihm die Betreuung der Häftlinge in den Gefängnissen von Paris und die Vorbereitung der zum Tode Verurteilten. Er berichtete in einem erschütternden Dokument von 863 Erschießungen auf dem Mont Valérien, an denen er teilgenommen hatte. Ein denkwürdiger Besuch, der uns alle beeindruckt und erschüttert hat.

Den Abend verbrachten die deutschen Gäste wie gewohnt mit ihren Gastgebern in den Familien.

Der Samstag stand wie üblich zur freien Verfügung, die meisten gingen mit ihren Gastgebern am Vormittag zum "marché", sei es zum Einkaufen oder einfach nur, um dort dem munteren Treiben zuzusehen, denn dies ist ein weithin bekannter und besonderer Markt, wo man sich trifft und gern zwischendurch ein Schwätzchen hält. Am Nachmittag fuhren einige Teilnehmer mit dem RER nach Paris, um sich im Theater "Antoine" das Theaterstück "ART" (auch auf deutsch bekannte Stück von Yasmina Reza "Kunst") anzusehen. Eine vorzügliche Aufführung dreier Protagonisten, alles war nicht immer leicht zu verstehen, wer den Inhalt kannte, war im Vorteil. Allein das wunderbar altmodische Theater war ein Genuss für die Augen.

Am "Soirée Amicale“ ging es beim Aperitif und dem anschließenden köstlichen Buffet wieder vergnüglich zu. Christine Dixmier wurde als neue Vorsitzende der ARAI als Nachfolgerin von Guy Reppelin vorgestellt.

Guy ClaudineMadame Claudine Thieulin, fast seit Anbeginn unserer französisch-deutschen Freundschaft aktives, treues Mitglied des Comités der ARAI wurde mit anerkennenden Worten und einem Blumenstrauß würdevoll für ihre Verdienste geehrt und offiziell verabschiedet. Es gab auf beiden Seiten viel Stoff für anregende Gespräche, unterbrochen von einem gut vorbereiteten Quiz, das zum gemeinsamen Nachdenken anregte und allen Spaß machte.

Am Sonntagmorgen trafen sich wie fast immer einige mit ihren Gastgebern im nahe gelegenen Park von Sceaux zu einem Abschiedsspaziergang bis es dann um 14h Abschiednehmen hieß mit dem traditionellen Abschiedslied "Ce n'est  qu'un au revoir, mes frères" und einem herzlichen Dank "Au revoir, à la prochaine!"

Bericht und Fotos: Rosemarie von Schweinitz

 

 

2. Februar 2018

 „La Chandeleur“ – Mariä Lichtmess auf französische Art

Der alte französische Brauch, am 2. Februar zu Mariä Lichtmess Crêpes zu backen, wird seit vielen Jahren auch beim Monheimer Freundeskreis Bourg-la-Reine gepflegt. 27 Vereinsmitglieder und Gäste hatten sich im Bistro Erminig in der Düsseldorfer Altstadt eingefunden, wo ihnen köstliche, hauchdünne Crêpes mit verschiedenen Füllungen und Cidre aus der Bretagne von bretonischen Kellnern serviert wurden.

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Chandeleur1Der Vorsitzende des Partnerschafts-Vereins Dr. Ulrich Steffen hielt sozusagen als „Hors d’oeuvre“ einen launigen Vortrag zur Entstehung des Chandeleur-Festes. Schon in vorchristlicher Zeit wurde zu Ehren des Gottes Pan ein Lichterfest gefeiert, um den Winter zu vertreiben. Im 5. Jahrhundert wurde dieses heidnische Fest von Papst Gelasius durch das christliche Fest „Festa Candelarum“, frz. „Fête de la Chandeleur“ ersetzt. Der Name Chandeleur kommt von chandelle (Kerze). Geweihte Kerzen wurden in einer Prozession nach Hause getragen, ohne dass sie ausgehen sollten. Das Licht der Kerzen sollte Gesundheit, Wohlstand, gute Ernte, ein langes Leben und sogar eheliches Glück bringen. „Wer die Kerze trägt leuchtend bis ins Haus, haucht sicherlich in diesem Jahr sein Leben nicht aus“.

Chandeleur2Bauernregeln, Wetterprognosen, Verhaltensregeln beim Crêpe-Backen ranken sich um das Chandeleur-Fest. Die goldgelben Crêpes symbolisieren die Sonne und beim Backen müssen bestimmte Rituale beachtet werden, damit das Jahr segensreich werde. Die Crêpe in der Pfanne wird geschickt hochgeworfen, so dass sie nach einem Salto wieder auf der Pfanne landet und nicht als Lappen an der Decke kleben bleibt oder auf den Fußboden fällt. Wichtig dabei: die rechte Hand hält den Pfannenstiel, die linke eine Goldmünze. Wohlstand ist demjenigen garantiert, der die Münze in die Crêpe einwickelt und auf einem Schrank bis zum nächsten Jahr deponiert, um sie dann einem Armen zu schenken.

Zum Abschluss des unterhaltsamen und fröhlichen Abends gab U. Steffen noch einige selbst verfasste Verse zum Besten:Chandeleur3

- Wenn’s an Lichtmess stürmt oder schneit, ist der März nicht mehr weit.

- Scheint jedoch die Sonne klar und hell, kommt der März auch ebenso schnell.

- So ist’s mit Lichtmess jedes Jahr, die Bauernregeln sind nicht immer wahr.

- Trotzdem erweisen wir dem Fest die Ehr‘ und kommen zusammen zum Chandeleur. 

Bericht und Fotos: Sybille Wollermann


 

 

17. November 2017

Frankreichfreunde beim Beaujolais Primeur-Abend

Der neue Beaujolais ist da!

Es ist schon eine Tradition beim Monheimer Freundeskreis Bourg-la-Reine, so wie auch in Frankreich und vielen anderen Ländern auf der Welt, den neuen Beaujolais in geselliger Runde zu verkosten. Der Beaujolais war der erste Wein in Frankreich, der schon im Jahr seiner Herstellung verkauft werden durfte. Seit 1985 wird der dritte Donnerstag im November als Verkaufsbeginn des neuen Weines festgelegt. In diesem Jahr trafen sich Mitglieder und Freunde des Monheimer Freundeskreises im Hotel „Am Wald“, wo sie den jungen Wein mit herbstlichen Spezialitäten der Küche genießen konnten und die Aktivitäten des Vereinsjahres Revue passieren ließen. Besonderer „Stammgast“ in dieser Runde war Dominique Georges, der wie in den letzten Jahren eigens aus Bourg-la-Reine angereist war, um an dieser französischen Tradition in Monheim teilzunehmen.

Bericht und Foto: Sybille Wollermann


 

 20. bis 22. Oktober 2017

Vorstandstreffen in Nancy  

Im Abstand von zwei Jahren treffen sich die Vorstandsmitglieder der Freundschaftsvereine aus Monheim und Bourg-la-Reine abwechselnd in einer deutschen oder französischen Stadt zur Planung gemeinsamer Aktivitäten. In diesem Jahr organisierten die Franzosen das Treffen in Nancy, der ehemaligen Hauptstadt Lothringens. Neben den jährlich stattfindenden gegenseitigen Besuchen der Partnerschaftsvereine sind der Austausch von Schülern, Praktikanten, Sportgemeinschaften und Chören Gegenstand der Beratungen. Als Novum kam ein multinationales Treffen in Bourg-la-Reine mit Teilnehmern aus Frankreich, England, Deutschland, Rumänien und Polen zur Sprache.

Der Tagungsort war günstig gewählt: ein Hotel im Stadtzentrum, unweit vom Place Stanislas, wohin uns ein erster Erkundungsgang am Abend führte. Diesem klassizistischen Platz aus dem 18. Jahrhundert geht der Ruf voraus, der schönste Frankreichs zu sein. Er ist benannt nach Stanislaus Leszczynski, dem abgesetzten König von Polen, dessen Statue in der Mitte des Platzes thront. Nach der Heirat seiner Tochter Maria Leszczynska mit dem französischen König Louis XV stieg er zum Herzog von Lothringen auf und ließ Nancy zu seiner glanzvollen Residenz ausbauen. Vergoldete Gitter, ornamentale Brunnenanlagen, ein Triumphbogen zu Ehren seines Schwiegervaters Louis XV bilden den Rahmen zu diesem einzigartigen Ensemble. Die französischen Gastgeber hatten zur Erkundung der historischen Altstadt eine Fußgänger-Rallye vorbereitet, bei der die Teilnehmer Inschriften, Embleme, Skulpturen entdecken sollten. Als Preis winkte ein Paket mit Spezialitäten der lothringischen Küche.

Neben der Bedeutung als ehemalige Residenz der Herzöge von Lothringen ist Nancy ebenso interessant wegen der zahlreichen im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts entstandenen Bauten im Art Nouveau, der französischen Variante des Jugendstils. Typische Stilmerkmale sind Ornamente aus Flora und Fauna und geschwungene Linien. In der „École de Nancy“ (Schule von Nancy) versammelten sich Architekten, Bildhauer und Kunsthandwerker, deren Inspirationsquelle die Natur war, auch als Abgrenzung zu den historisierenden Kunststilen des 19. Jahrhunderts.

 Im „Quartier Art Nouveau“ konnte man ganze Straßenzüge mit vom Jugendstil beeinflussten Bauwerken bewundern: Stadtvillen, Geschäfte, Restaurants, eine Apotheke und großartige Bank- und Versicherungsgebäude.

Ein Besuch in der Brasserie Excelsior aus dem Jahre 1910 war der Höhepunkt des Ausflugs in die Zeit der Jahrhundertwende. Die Brasserie steht ganz im Zeichen der Schule von Nancy. Das Jugendstildekor ist eine wahre Augenweide.

In Lunéville, unserer nächsten Station, 30 km südöstlich von Nancy, gab es eine erneute Begegnung mit Stanislas, “le bon roi“ (der gute König), wie ihn seine Untertanen nannten. In den 30 Jahren seiner Herrschaft erlebte die zweite Residenz der Herzöge von Lothringen ihre Glanzzeit. Das Schloss Lunéville wird als Versailles des Herzogtums Lothringen bezeichnet. Stanislas umgab sich mit Schriftstellern und Künstlern, ließ Schloss und Park verschönern und gründete diverse Manufakturen. Glas und Fayencen aus Lunéville sind auch heute noch begehrte Sammlerobjekte. Bei einem Brand im Januar 2003 wurde der Südflügel mitsamt der Einrichtung und der Sammlungen zerstört. Die Restaurierung ist noch nicht abgeschlossen. Nach der Führung durch das Schloss in Deutsch und Französisch lud der Schlosspark, ein typisches Beispiel französischer Gartenbaukunst, abschließend zu einem Rundgang ein, mit Gruppenfoto – nicht allzu lange, da es inzwischen regnete.

Nach einem ausgiebigen Mittagessen à la française mit mehreren Gängen und einem guten Tropfen Wein aus der Region hieß es dann Abschiednehmen.

Unser Dank gilt vor allem dem Komitee der ARAI, das diese Begegnung in einer der schönsten Städte Frankreichs perfekt organisiert hatte.

Bleibt noch zu erwähnen, dass die ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder alle Reise-und Aufenthaltskosten aus eigener Tasche bezahlten.

Bericht und Fotos: Sybille Wollermann

 


 28. September bis 1. Oktober 2017

Besuch in Bourg-la-Reine

Beim diesjährigen Freundschaftstreffen des Monheimer Freundeskreises Bourg-la-Reine mit dem französischen Partnerschaftsverein ARAI (Association Réginaburgienne d’Amitiés Internationales) hatten die französischen Gastgeber wieder ein attraktives Kulturprogramm organisiert. Ziel einer Tagesfahrt war das Schloss Pierrefonds, nordöstlich  von Paris in der Nähe von Compiègne gelegen. Schon von weitem flößt die wehrhafte Burg auf einem Hügel Respekt ein. Ihr heutiges mittelalterliches Aussehen hat sie erst im 19. Jahrhundert erhalten, als Napoleon III. die Ruine der Burg restaurieren ließ – nicht nach mittelalterlichen Vorlagen, sondern historisierend als ein ideales Schloss, wie es hätte sein können. Eugène Viollet-le-Duc wurde zum Architekten der Restaurierung ernannt. 1867 besuchte Ludwig II, König von Bayern, anlässlich eines Aufenthaltes in Paris die Baustelle, um sich Anregungen für seinen geplanten Neubau in Neuschwanstein zu holen. Eine einstündige Führung auf Deutsch und Französisch zeigte den Besuchern ein Schloss, bei dem nicht mehr die Wehrhaftigkeit im Vordergrund stand, sondern vielmehr die Repräsentation des Schlossherrn und seiner Ideen.

Im nahe gelegenen Compiègne stand anschließend der Besuch des Musée de la Figurine Historique auf dem Programm. Das Museum beherbergt mehr als  100.000 Figürchen, die meisten aus Holz. Sie stellen zahlreiche Geschichtsepisoden Frankreichs und Europas dar, besonders militärische von der Antike bis in unsere Tage. Schwerpunkte sind die zwei letzten Weltkriege und natürlich auch Schlachtenaufstellungen der Napoleonischen Kriege.

Am folgenden Tag besuchten die Gastgeber mit ihren Gästen Sehenswürdigkeiten von Paris und Umgebung. Der Abend war traditionell der deutsch – französischen Freundschaft gewidmet. Ein besonderes Erlebnis konnte man am Vormittag des Abreisetages genießen: Ein Bummel auf der autofreien Avenue des Champs-Élysées. Im Zuge der Kampagne „Paris respire“, also „Paris atmet“, verwandelt sich die 2 km lange Avenue mit der atemberaubenden Sichtachse vom Obelisken an der Place de la Concorde bis zum Arc de Triomphe einmal im Monat in eine riesige Fußgängerzone.

Am Sonntagnachmittag  fiel der Abschied am Bus nicht allzu schwer mit der Aussicht, sich im nächsten Jahr wiederzusehen. Au revoir! A la prochaine!

Bericht und Foto: Sybille Wollermann


17. November 2016

Beaujolais-Abend mit Gästen

Der dritte Donnerstag im November ist für viele Weinliebhaber ein fester Termin: Der Beaujolais Nouveau ist da. Das Weinanbaugebiet Beaujolais liegt in der Mitte Frankreichs zwischen Dijon und Lyon. Im Jahre 1951 erreichten die Winzer dieser Region eine Ausnahmeregelung vom französischen Weinrecht, nach der es ihnen erlaubt ist, den neuen Wein bereits in der dritten Novemberwoche in den Handel zu bringen. In über 100 Ländern wird die Ankunft des Beaujolais Primeur zelebriert – auch in Monheim beim Freundeskreis Bourg-la-Reine.

Gut gelaunt beim Beaujolais Nouveau, mit französischen Gästen...
v.l.n.r.: Ulrich Steffen, 1. Vositzender des Freundeskreises Boutg-la-Reine,
Dominique George aus Bourg-la-Reine, Petra Münch, Geschäftsführerin des
Freundeskreises, Guy Reppelin, Vorsitzender der ARAI Bourg-la-Reine.

Im Restaurant „Zollhaus 1257“ trafen sich Mitglieder und Freunde des Vereins, um den neuen Wein zu verkosten. Der Vorsitzende des Freundeskreises Dr. Ulrich Steffen begrüßte insbesondere Guy Reppelin, den Vorsitzenden des französischen Partnerschaftsvereins ARAI (Association Réginaburgienne d’Amitiés), außerdem Dominique Georges aus Bourg-la-Reine, der seit vielen Jahren „Stammgast“ beim Beaujolais-Abend ist. In seiner launigen Ansprache ging Dr. Steffen auch auf die oft geäußerte Kritik an der Qualität des Beaujolais Primeur ein, dem nachgesagt wird, dass die schnelle Reifung des Weines einerseits zu besonders fruchtigen und leichten Aromen führe, andrerseits die Bildung geringer Anteile unbekömmlicher Komponenten begünstige. Es sei also ratsam, den Primeur maßvoll zu genießen und dabei die schönen Erinnerungen des vergangenen Sommers wieder wachzurufen. Dieser Meinung konnten sich die Teilnehmer des Primeur-Abends anschließen. Der leichte, fruchtige Wein wurde allgemein gelobt.

Bericht und Foto: Sybille Wollermann


Fahrt nach Bourg-la-Reine vom 30.09. – 3.10.2016

 Freundschaft im Zeichen der Musik

Die diesjährige Fahrt zu unseren französischen Freunden in Bourg-la-Reine stand im Zeichen der Musik. 25 Erwachsene und 23 Mitglieder des Monheimer Kinder- und Jugendchors mit ihrer Leiterin Dana Drechsel fuhren am 30.09. in unsere französische Partnerstadt südlich von Paris. Bereits im Bus erklangen die jungen Stimmen, und wir erhielten einen Eindruck von ihrem morgigen Programm. Trotz erheblichen Verkehrs auf dem „périphérique“ kamen wir pünktlich um 18.30 Uhr an. Wie immer verbrachte man den ersten Abend in den Gastfamilien, wo sich oft mehrere Familien zusammentun und es dann sehr vergnüglich zugeht.

Der folgende Freitag stand zur freien Verfügung, und die Gastgeber unternahmen mit ihren Gästen individuelle Ausflüge, sei es nach Paris in eines der zahlreichen Museen, zur "Fondation Louis Vuitton“ von dem auch in Düsseldorf bekannten Architekten Frank Gehry im Bois de Boulogne, einem supermodernen, gigantischen Bau, der erst im vergangenen Jahr eröffnet wurde, oder zu einem der vielen attraktiven Ziele der näheren Umgebung.

Der Monheimer Kinder- und Jugendchor singt in Bourg-la-Reine.

Für die Schüler, von denen die meisten noch nie in Paris waren, hatte Guy Reppelin, der Vorsitzende der ARAI, ein eigenes Programm vorbereitet. Natürlich ging es zum Eiffelturm, zu den Champs-Elysées und anderen Pariser Highlights. Die Begeisterung war groß und der Eindruck dieser pulsierenden Metropole sicherlich unvergesslich. Am Abend gab es ein Chorkonzert im Konzertsaal des Konservatoriums in Bourg-la-Reine. Der Chor des Konservatoriums von Bourg-la-Reine und der Monheimer Kinder- und Jugendchor fanden großen Zuspruch bei den zahlreichen französischen und deutschen Zuhörern. Beide Chöre absolvierten ein anspruchsvolles Programm, und zum Ausklang boten sie unter Begleitung einer Mini-Band einen gemeinsamen Song.

Im Anschluss wurden alle zur „soirée amicale“ mit köstlichem Buffet geladen, auch das war für die deutschen Schüler ein besonderes Erlebnis. Die launigen Begrüßungsreden der beiden Vorsitzenden, Guy Reppelin von der ARAI und Dr. Ulrich Steffen vom Monheimer Freundeskreis, brachten Freude und Dankbarkeit über die jahrelangen freundschaftlichen Beziehungen unserer beiden Städte zum Ausdruck. Einige ehemalige Mitglieder des französischen Vereins waren zu dem Abend gekommen und es gab ein freudiges Wiedersehen mit lebhaften, anregenden Gesprächen.

In der Sektkellerei DE CASTELLANE in Epernay reift eine der
berühmtesten Sektmarken Frankreichs.

Es folgte am Sonntag der traditionelle Tagesausflug, der uns diesmal in die Champagne führte. Zunächst sahen wir die bekannte Sektkellerei DE CASTELLANE in EPERNAY mit einem imposanten Turm. Während der informativen Führungen in französischer und deutscher Sprache durch die gewaltigen Kellergewölbe erfuhren wir viel Interessantes über die Entstehung und den Vertrieb dieses berühmten Champagners. Ein kleiner Umtrunk zum Schluss hat alle beschwingt!

Die Kathedrale Notre Dame von Reims gilt als eine der bedeutendsten
gotischen Kirchen Europas. Seit 1991 ist sie UNESCO-Welterbe.

 Der lächelnde Engel an der Außenfassade der Kathedrale von Reims.

Durch die liebliche Landschaft der Champagne fuhren wir schließlich nach REIMS, dieser durch mehrfache historische Ereignisse bekannten und durch seine gotische Kathedrale berühmten Stadt. Nach dem Mittagessen nahe der Kathedrale war uns leider der Besuch der für dieses Mal vorgesehenen romanischen Basilika St. Rémy nicht möglich, weil dort eine Feier mit hoher Geistlichkeit stattfand. Eine Besonderheit wurde uns dagegen geboten: eine kleine Kapelle, die der japanische Künstler Foujita mit farbigen Fresken ausgeschmückt hat, die Szenen aus der Bibel darstellen und einen eigenen Reiz ausüben. Danach hatten wir erfreulicherweise noch genügend Zeit zum Besuch der Kathedrale, in der uns u. a. das berühmte Chagall-Fenster sowie drei moderne Fenster in leuchtend bunten Farben des Düsseldorfer Künstlers Imi Knoebel beeindruckten. Auch dem wunderschönen "ange souriant" (der lächelnde Engel) an der Außenfassade auf einmal "in echt" gegenüberzustehen, hinterlässt große Bewunderung dieser einzigartigen künstlerischen Leistung. Müde, aber voller Eindrücke steuerten wir bei wunderbarer Abendbeleuchtung Paris entgegen.

Der Abreisemorgen am Montag stand wie üblich zur freien Verfügung, bis es um 14 Uhr wieder Abschiednehmen hieß, mit unserem traditionellen Abschiedslied "Nehmt Abschied, Brüder...." und einem herzlichen Dankeschön und "au revoir, à la prochaine!"

Bericht: Rosemarie v. Schweinitz
Fotos: Rosemarie v. Schweinitz (3) Lüder Seedorf (2)


„Marché Français“ in Monheim
21.-23. Juli 2016

Boule de Bourg

Auf dem „Marché Français", dem französischen Markt, gab‘s in Monheim an einem Dutzend Ständen (fast) alles zu kaufen, was das ländliche Frankreich für Feinschmecker zu bieten hat.
Um das französische Flair richtig wirken zu lassen, veranstaltete der Monheimer Freundeskreis Bourg-la-Reine gemeinsam mit der Betriebssportgemeinschaft Monheim am Rhein ein Boule-Turnier, an dem auch eine Delegation aus der französischen Partnerstadt Bourg-la-Reine teilnahm. Die Stadt Monheim hatte drei Boule-Bahnen eingerichtet, dazu gab es Zelt und Tisch für die Turnierleitung – damit auch alles seinen ordnungsgemäßen Lauf nehmen konnte.

… elegant: Ulrich Steffen vom Freundeskreis Bourg-la-Reine

Bei strahlendem Sommerwetter traten neun Teams gegeneinander an, u.a. das Team „Freundeskreis I“ mit Ulrich Steffen, Ulrich Münch und Benno Nicklas. Die Mannschaft konnte in dem stark besetzten Feld schließlich den 4. Platz belegen. Spontan bildeten sich auch „inoffizielle“ Teams, so das Team „Rathaus Politische Gruppe“ mit Bürgermeister Daniel Zimmermann, Katharina Hannemann und Lisa Pientak; das Team „Rathaus-Mitarbeiter“ mit

… konzentriert: Bürgermeister Daniel Zimmermann

Christoph Hahn, Waltraud Biele-Kleffmann und Dafne Graf; das Team „Gäste" aus Bourg-la-Reine“ mit dem stellvertretenden Bürgermeister Daniel Rupp, Dominique George und Lorraine Figuiere Fanica; das Team „Freundeskreis II“ mit Petra Münch, Jutta Steffen und Jochen Wollermann. Die Monheimer staunten über die Treffsicherheit der Franzosen. Allen voran zeigte M. Rupp, wie man Boule spielt. Es ging allerdings weniger um Punkte und Plätze. Alle Teilnehmer waren mit Spaß an der Freud‘ bei der Sache. Jeder gute Wurf wurde mit Applaus belohnt.

… gekonnt: Monsieur le Maire adjoint Daniel Rupp aus Bourg-la-Reine

Mit französischen Chansons, bei denen jedes frankophile Herz höher schlägt, wie „Non, je ne regrette rien“, und Akkordeon-Musik konnte man den Tag bei einem Glas Rosé ausklingen lassen.

Bericht und Fotos:
Sybille Wollermann